Die Bundesnetzagentur (BNetzA) schreitet bei der Reform der Netzentgeltsystematik mit großen Schritten voran. In den letzten Monaten fanden im Abstand von wenigen Wochen gleich mehrere Expertenworkshops in Bonn statt. Dort wurden die Komponenten der zukünftigen Systematik besprochen. Nachdem bei den vergangenen Terminen bereits das neue Grundmodell, mögliche dynamische Netzentgelte, Speichernetzentgelte und Einspeisenetzentgelte, diskutiert wurden, befasste sich der letzte Termin mit einer Neustrukturierung der Kostenwälzung zwischen den verschiedenen Netzebenen. Der VEA war zu allen Workshops in Präsenz anwesend und mit eigenen Impulsen und Diskussionsbeiträgen vertreten.
Von besonderer Relevanz ist für uns der kommende Workshop der BNetzA am Donnerstag, 30. April, zur Folgeregelung der Industrienetzentgelte § 19 Abs. 2StromNev. Hierbei werden wir uns mit einem eigenen Beitrag dafür einsetzen, dass der energieintensive Mittelstand an den kommenden Entlastungen teilhaben kann.
Verteilungswirkungen zwischen den Netzebenen müssen betrachtet werden
Die BNetzA möchte vor dem Hintergrund einer nicht verursachungsgerechten Kostenwälzung das bestehende System reformieren. Zukünftig sollen auf Basis des Letztverbrauchs Netzkosten zwischen den verschiedenen Ebenen gewälzt werden. Hierbei soll die verbrauchte Arbeit als Näherung für die notwendige Netzdimensionierung verwendet werden.
Analysen zur erwarteten Kostenverteilung deuten darauf hin, dass Letztverbraucher auf Höchstspannungsebene deutlich von dem neuen Kostenwälzungsregime profitieren würden. Für die Mittelspannung ergibt sich hingegen ein heterogenes Bild: Je nach Netzstruktur kann es sowohl zu Entlastungen als auch zu Mehrbelastungen kommen. Wir weisen in unsere Stellungnahme darauf hin, dass auch in den Verteilnetzebenen der Mittelspannung viele Industriekunden angeschlossen sind, die in der aktuell sehr schwierigen Lage nicht durch eine neue Kostenwälzungssystematik zusätzlich belastet werden dürfen.

Quelle: pexels
- Recht & Regulierung
VEA zeichnet erneuten Verbändeappell zum Thema Kundenanlage
Wie bereits berichtet, hatten der Europäische Gerichtshof (EuGH) am 28. November 2024 und der…
