
- Effizienz
In diesem Beitrag steht die Frage im Fokus: Wie wird Nachhaltigkeit messbar und steuerbar?
Klima, Kreislaufwirtschaft, Biodiversität, Mitarbeitendenzufriedenheit oder fairer Wettbewerb – die Liste möglicher Nachhaltigkeitsthemen ist lang. „Die Herausforderung liegt nicht im ‚Ob‘, sondern im ‚Wo anfangen‘. Viele Unternehmen verbinden Nachhaltigkeit noch immer mit Reporting. Tatsächlich geht es um etwas anderes: die Zukunftssicherung anhand klarer Prioritäten und fundierter Entscheidungen“, sagt VEA-Abteilungsleiterin Nachhaltigkeit Laura Onken und empfiehlt Unternehmen eine Wesentlichkeitsanalyse.
Was steckt hinter der Wesentlichkeitsanalyse?
Die Wesentlichkeitsanalyse hilft, relevante Themen systematisch zu identifizieren und zu priorisieren. Auf diese Weise schafft sie einen strukturierten Einstieg in das Verankern der Nachhaltigkeit in Ihrem Unternehmen. Sie kombiniert zwei Perspektiven miteinander:
Outside-In: Welche Nachhaltigkeitsthemen beeinflussen den wirtschaftlichen Erfolg Ihres Unternehmens?
Inside-Out: Welche Auswirkungen hat Ihr Unternehmen auf Umwelt und Gesellschaft?
Für Ihr Unternehmen gilt ein Thema bereits dann als wesentlich, wenn Sie es aus einer dieser Perspektiven als relevant einstufen.
Darum lohnt sich die Analyse!
Die Wesentlichkeitsanalyse schafft die Grundlage für alle weiteren Schritte:
Fokussieren auf die wirklich relevanten Themen
Fundierte Entscheidungsbasis für Maßnahmen
Effizientes Nutzen von Ressourcen
Belastbare Grundlage für Kommunikation und Berichterstattung
Statt, dass Sie Einzelmaßnahmen verfolgen, entsteht so ein klar strukturiertes Vorgehen.
Neue Entwicklungen: Omnibus und Mittelstand
Aufgrund der Anpassungen der CSRD im Rahmen des Omnibus-Pakets fallen viele Unternehmen künftig aus der direkten Berichtspflicht heraus. Der Bedarf an Struktur und Transparenz bleibt jedoch bestehen – unter anderem wegen Anforderungen von Kunden, Banken und Geschäftspartnern an Ihr Unternehmen.
Anwendung im VSME-Standard: pragmatisch und umsetzbar
Der VSME-Standard bietet hier eine praxisnahe Orientierung für freiwillige Berichterstattung im Mittelstand. Auch hier bildet die Wesentlichkeitsanalyse den Ausgangspunkt – allerdings in vereinfachter Form. Typisches Vorgehen hierbei:
Themen identifizieren: Auswählen relevanter Nachhaltigkeitsthemen
Relevanz bewerten: Bewerten entlang beider Perspektiven anhand klarer Kriterien (z. B. Auswirkungen, Risiken, Chancen, Stakeholder-Relevanz) und individuell definierten Skalen
Priorisieren: Themen mit hoher Relevanz in mindestens einer Perspektive werden als wesentlich definiert
Dokumentieren: Nachvollziehbares Darstellen der Methodik, Kriterien und Ergebnisse
Der Fokus liegt dabei auf einer klaren und nachvollziehbaren Herleitung, nicht auf maximaler Detailtiefe.
Von der Analyse zur Strategie
Die Wesentlichkeitsanalyse ist kein Endpunkt, sondern der Ausgangspunkt für das Integrieren von Nachhaltigkeit in Ihre Unternehmensstrategie. Auf Basis der identifizierten Handlungsfelder hilft die Analyse beim:
Definieren von Zielen (z. B. im Klimaschutz oder in der Lieferkette)
Entwickeln von Strategien
Ableiten sowie Umsetzen von konkreten Maßnahmen
So entsteht Schritt für Schritt ein strukturiertes Nachhaltigkeitsmanagement, das über einzelne Anforderungen hinausgeht und Sie langfristig in Ihrem Unternehmen verankern können.
Ausblick
In den nächsten Beiträgen zeigen wir Ihnen auf, wie Unternehmen auf Basis der identifizierten Handlungsfelder die nächsten Schritte aufbauen:
Datenbasis schaffen: CO₂-Fußabdrücke und Produktdaten als Grundlage – Stichwort: digitaler Produktpass
Steuerung etablieren: Ziele definieren und Maßnahmen ableiten
Berichterstattung strukturieren: Anforderungen adressieren und Fortschritte transparent machen
So schaffen wir in Ihrem Unternehmen ein integriertes Nachhaltigkeitsmanagement – von der Priorisierung bis zur Umsetzung.
Sie möchten mehr über unsere Lösung rund um das Thema Wesentlichkeitsanalyse erfahren? Dann wenden Sie sich an Ihre VEA-Beraterin oder Ihren VEA-Berater.