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Geplante Auktion zur Dekarbonisierung industrieller Prozesswärme

Die EU-Kommission plant im Rahmen des Clean Industrial Deal neue Auktionen zur Förderung der Dekarbonisierung industrieller Prozesswärme, finanziert über den Innovationsfonds mit einem Budget von 1 Mrd. Euro. Gefördert werden Projekte zur Dekarbonisierung von Prozesswärme mittels innovativerElektrifizierungstechnologien (z. B. Wärmepumpen, Elektrokessel, Plasmaheizung) und erneuerbarer Wärmequellen (Solarthermie, Geothermie). Am 18. Juni veröffentlichte die Kommission den ersten Entwurf der Auktionskonditionen zur Konsultation; die offizielle Vorstellung der Eckpunkte erfolgte am 9. Juli im Rahmen eines Workshops.

Der VEA kritisiert beim Auktionsdesign grundsätzlich die mangelnde Rücksicht auf die besonderen Gegebenheiten des energieintensiven Mittelstands. So ist die Förderung nicht indexiert, was Unternehmen dem Risiko volatiler Energiepreise aussetzt und damit die Investitionssicherheit gefährdet. Zudem ist die fünfjährige Förderperiode viel zu kurz, vor allem wenn man davon ausgeht, dass die Strompreise nach Ablauf der Förderdauer noch nicht wesentlich gesunken sein werden.

Zentraler Kritikpunkt ist die aktuelle Mindestanforderung von 5 MW neu installierter elektrifizierter oder direkter erneuerbarer Prozesswärmekapazität. Diese ist objektiv nicht gerechtfertigt, da viele mittelständische Unternehmen trotz dringendem Dekarbonisierungsbedarf die Anforderungsdimension kapazitätsbedingt nicht erfüllen können. Empfohlen wird deshalb eine Senkung der Mindestanforderung auf 1 MW. Hierfür sollte die Auktion auch die Installation neuer Kapazitäten an mehreren Standorten sowie die virtuelle Bündelung von Kapazitäten ausdrücklich erlauben.

Empfohlen wird zudem, die Kombination mit Förderung für CAPEX-Kosten zuzulassen, die im aktuellen Entwurf noch ausgeschlossen ist. Der Grund hierfür ist, dass Unternehmen, die ihre Prozesswärme dekarbonisieren wollen, sowohl mit erheblichen Investitionskosten für neue Anlagen als auch mit hohen Betriebskosten aufgrund hoher Strompreise konfrontiert sind.

Bis zum 15. August 2025 konnten betroffene Stakeholder ihr Feedback einreichen.