• Effizienz

BMWK veröffentlicht Arbeitsplan Energieeffizienz – VEA sieht Verbesserungsbedarf

Unter dem Motto „Wer Energie spart, schont den Geldbeutel, schützt das Klima und stärkt das Land.“ hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) jetzt seinen Arbeitsplan Energieeffizienz veröffentlicht. Das BMWK verfolgt mit dem fünfseitigen Dokument das Ziel, den Umstieg auf alternative Rohstoffe sowie den Ausbau erneuerbarer Energien zu beschleunigen und den Verbrauch an fossilen Energien zu senken.

Die folgenden Punkte des Arbeitsplans stehen für den energieintensiven Mittelstand im Fokus:

  • I. Richtige Förderung, richtige Anreize – Punkt 4:
    • Bestehendes Bundesförderprogramm Energie- und Ressourceneffizienz in der Wirtschaft (EEW) wird noch in diesem Jahr novelliert. So soll der Energieträgerwechsel in der Industrie unterstützt werden. Darunter insbesondere das Erzeugen industrieller Prozesswärme wie Energie aus Tiefengeothermieanlagen.
    • Aus den Teilen der Initiative Energieeffizienz- und Klimaschutznetzwerke (IEEKN) wie den VEA-EnergieEffizienz-Netzwerken REGINEE sollen schnell realisierbare und klein-investive Maßnahmen für Energieeffizienz und Energiesubstitution für Industrie und Gewerbe ausgearbeitet und kommuniziert werden.
  • Punkt7:
    • In Deutschland werden 900 Millionen Euro für das Doppelauktionsmodell H2Global bereitgestellt, das seinen Schwerpunkt auf Wasserstoffprojekte legt.
    • Das Nutzen erneuerbaren Stroms weiter optimieren, indem zur Verfügung stehende Mengen eher genutzt werden, anstatt ökostromproduzierende Anlagen abzuschalten. Dafür sollen abgaben- und gebührenfreie Strom-Speichermedien geschaffen werden.
    • Mit einem Programm werden projektbezogene Klimaschutzverträge gefördert. Zur energieintensiven Industrie gehörende Unternehmen können bis zum 25. Mai 2022 an einem Interessensbekundungsverfahren teilnehmen.
  • II. Richtige Standards, richtiger Rahmen – Punkt 1:
    • Ab nächsten Jahr wird die Effizienzklasse EH 55 zum Mindesteffizienzstandard bei Neubauten und ab dem 1. Januar 2025 wird dieser Standard auf EH 40 erhöht.
  • Punkt 4:
    • Die energieintensive Industrie wird verpflichtet, Energiemanagementsysteme (EMS) zu betreiben. Zudem sind Maßnahmen zum Stärken und Weiterentwickeln des Energiedienstleistungsmarkts geplant.
  • III. Die richtige Beratung:
    • Das Einsparen fossiler Energie und das Wechseln auf Erneuerbare setzt gute Information und Beratung voraus. Im Juni 2022 wird eine Energiesparkampagne starten, die Unternehmen und Gewerbetreibende mit praxisnahen Tipps und Beratung ermutigt, den Energieverbrauch bereits mit kleinen Maßnahmen selbst zu reduzieren.


„Politik bremst Wachstum aus.“
Verbesserungsbedarf sieht der VEA-Geschäftsführer Christian Otto am Arbeitsplan: „Es ist seitens der Politik gut und richtig, die Förderung für die produzierende Industrie weiterzuentwickeln und für sie neue Anreize hinsichtlich der Erneuerbaren zu schaffen. Es reicht jedoch nicht, dass im Falle industrieller Prozesswärme nur das Erzeugen unterstützt wird. Auch müssen Anreize geschaffen werden, die dem Mittelstand erlauben, die Prozesswärme möglichst unbürokratisch in beispielsweise Fernwärmesysteme einzuspeisen. Aktuell beobachten wir global einen massiven Anstieg bei Energie- und Rohstoffpreisen. Jetzt den gesetzlichen Mindesteffizienzstandard bis 2025 in zwei Stufen enorm zu erhöhen, erachten wir als falsches Signal an die Industrie in unserem Land. Auf diese Weise wird für viele Unternehmen der Ausbau und das Weiterentwickeln eigener Gewerbeflächen schlicht nicht mehr erschwinglich sein. So bremst die Politik Wachstum aus.“

Die Energiepolitik entwickelt sich aktuell rasant und nimmt so teils Einfluss auf die mittel- und langfristige Planung vieler Unternehmen – der VEA berät Sie gern und sichert Ihnen so weiterhin wirtschaftlichen Erfolg. Sprechen Sie mit Ihrem VEA-Berater.