
- Ersparnis
Großhandelspreise sind im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025 um 11 Prozent gefallen
50 Netzgebiete im Vergleich: Großhandelspreise gegenüber dem Vorjahr um 5,9 Prozent gesunken
Um 5,9 Prozent sanken die Preise innerhalb des vergangenen Jahres im Durchschnitt in den über 50 Netzgebieten. Maßgebliche Ursache sind insbesondere die gesunkenen Netzentgelte. Details erfahren Sie in unserem Netznutzungsentgeltvergleich Strom 2026. Die gefallenen Netzentgelte konnten den Anstieg der Großhandelspreise um 8,9 Prozent mehr als auffangen. Wegen der großen Preisunterschiede für die Netznutzung ergeben sich nach wie vor regionale Unterschiede bei den Strompreisen. Da seit letztem Jahr die Netzbetreiber mit überproportional vielen Erneuerbaren-Energien-Anlagen (EE-Anlagen) bei den Netzentgelten entlastet werden, gibt es deutliche Verschiebungen zwischen den verschiedenen Netzgebieten.
Die größten prozentualen Preissenkungen gibt es bei der Aktiengesellschaft für Versorgungs-Unternehmen (AVU) mit Sitz in Gevelsberg (-13,9 Prozent), Bayernwerk mit Sitz Regensburg (-11,5 Prozent) und der energis Netzgesellschaft mit Sitz in Saarbrücken (-11,2 Prozent). Preisanstiege konnte man hingegen bei der Energieversorgung Halle (+1,8 Prozent), der Main-Donau Netzgesellschaft mit Sitz in Nürnberg (+1,3 Prozent) und der ovag Netz mit Sitz in Friedberg (+0,3 Prozent) beobachten.
Die Differenz zwischen dem nach diesem Vergleich preisgünstigsten (Stadtwerke Kiel Netz mit 14,18 Ct/kWh) und teuersten Netzgebiet (ovag Netz mit Sitz in Friedberg, 18,27 Ct/kWh) beträgt 4,11 Ct/kWh beziehungsweise 27,4 Prozent.
Bezogen auf das arithmetische Mittel der zehn preisgünstigsten Netze (15,71 Ct/kWh) liegen die durchschnittlichen Preise der zehn teuersten Gebiete (18,56 Ct/kWh) um 2,85 Ct/kWh beziehungsweise 18,1 Prozent höher. Das durchschnittliche Niveau der Gruppe der zehn Netzbetreiber mit den höchsten Preisen bewegt sich im Mittel um 1,44 Ct/kWh beziehungsweise 8,4 Prozent über und das der Gruppe der zehn preisgünstigsten Versorgungsgebiete um 1,41 Ct/kWh beziehungsweise 8,2 Prozent unter dem Durchschnitt aller 50 Vergleichsnetze in Deutschland (17,11 Ct/kWh).
Die zehn günstigsten Netzgebiete im Überblick
Stadtwerke Kiel Netz
Schleswig-Holstein Netz mit Sitz in Quickborn
EWE Netz mit Sitz in Oldenburg
e.dis mit Sitz in Fürstenwalde
LEW Verteilnetz mit Sitz in Augsburg
Bayernwerk mit Sitz in Regensburg
Stadtwerke Rostock Netz
EAM Netz mit Sitz in Kassel
Stromnetz Berlin
OsthessenNetz mit Sitz in Fulda
Nachfolgend die zehn teuersten Netzgebiete
ovag Netz mit Sitz in Friedberg
Energieversorgung Halle Netz
SachsenNetze HS.HD mit Sitz in Dresden
enercity Netz mit Sitz in Hannover
ED Netze mit Sitz in Rheinfelden
Main-Donau Netzgesellschaft mit Sitz in Nürnberg
Syna mit Sitz in Frankfurt
e-netz Südhessen mit Sitz in Darmstadt
Braunschweiger Netz
Netze BW mit Sitz in Karlsruhe
Die in dem Diagramm genannten Preise berücksichtigen alle Kosten für die jeweilige Netznutzung, die Strombeschaffung, für das KWKG, die § 19-StromNEV-, die Offshore-Umlage und die Abschaltbare-Lasten-Umlage, die Konzessionsabgabe (KA) sowie eine am Markt übliche Marge für den Lieferanten. Lediglich die Strom- und Mehrwertsteuer sind vom Kunden zusätzlich zu entrichten.
Grundsätzliche Anmerkungen zum VEA-Strompreisvergleich
Der Preisvergleich umfasst insgesamt 50 große Netzgebiete in Deutschland. Damit wird ein erheblicher Teil des deutschen Stromnetzes abgedeckt. Die Reihenfolge im Vergleich basiert auf dem arithmetischen Mittel ohne Gewichtung der 15 Abnahmefälle.
Seit Januar 2002 veröffentlicht der Bundesverband der Energie-Abnehmer e.V. (VEA) für einzelne Netzbereiche für die bekannten 15 mittelspannungsseitig versorgten Abnahmefälle realistische Preisindikationen. Vertragsfreie und wechselbereite Strombezieher können diese im Rahmen einer bundesweiten Ausschreibung ihres Strombedarfs am Markt einholen.
Grundlage für die genannten Preise sind Vollstromversorgungsverträge mit Vertragsbeginn 1. Juli 2026 und einer Laufzeit von zwölf Monaten, die Unternehmen im ersten Halbjahr 2026 abgeschlossen haben.