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Erdgaspreis klettert auf Rekordhoch

Aktueller VEA-Preisvergleich zeigt Steigerung von 67 Prozent.

Der Winter hat noch nicht einmal begonnen und die Erdgaspreise schießen nach oben. Diese bisherige Erkenntnis bestätigt sich auch im aktuellen Erdgaspreisvergleich des Bundesverbandes der Energie-Abnehmer (VEA).

Der Vergleich umfasst 50 große Netzgebiete in Deutschland, die einen erheblichen Teil des deutschen Gasnetzes abdecken. Hierbei kam heraus, dass sich innerhalb der letzten sechs Monate der Erdgaspreis im Durchschnitt um 66,7 Prozent verteuert hat.

VEA-Hauptgeschäftsführer Volker Stuke betrachtet diese Entwicklung mit Sorge: „Viele Unternehmen mit einem hohen Erdgasverbrauch stehen durch diesen historischen Anstieg aktuell mit dem Rücken zur Wand. Selbst wenn man Erdgas zu den günstigsten Bedingungen einkauft, führt eine solch anhaltende Preisentwicklung gerade im energieintensiven Mittelstand zu einer massiven Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation.“

Gleichzeitig zeigen sich im Vergleich auch weiterhin teils große Preisunterschiede zwischen einzelnen Netzgebieten. So sind bei Dortmund Netz, wesernetz Bremen sowie im Netzgebiet der Stadtwerke Rostock Preissteigerungen von über 70 Prozent zu beobachten. Die Preissteigerung bei Netze BW betrug dagegen 62,1 Prozent. Allen Preisen gemein ist jedoch der massive Preisanstieg.

Der VEA gibt im Hinblick auf den Energieträger Erdgas deshalb zu bedenken: „Als Brückentechnologie wird Erdgas auf absehbare Zeit eine notwendige Energiequelle bleiben. Das ist Realität. Nicht nur Privathaushalte, sondern auch und gerade die Wirtschaft ist mangels Alternativen auf eine verlässliche und zugleich kostengünstige Belieferung von Erdgas angewiesen“, so der VEA-Hauptgeschäftsführer. Aus vielen Gesprächen mit Geschäftsführern weiß Stuke zu berichten: Passiere dies nicht, drohe vielen Unternehmen eine existenzielle Gefährdung.

Die zehn Gebiete mit den günstigsten Durchschnittsgaspreisen sind derzeit:

  • Dortmunder Netz,
  • wesernetz Bremen,
  • Stadtwerke Rostock,
  • Energienetze Bayern mit Sitz in München,
  • SWM Infrastruktur ebenfalls mit Sitz in München,
  • bnNETZE mit Sitz in Freiburg,
  • NEW Netz mit Sitz in Geilenkirchen,
  • e-netz Südhessen mit Sitz in Darmstadt,
  • EWE NETZ (Teilnetz Ost) mit Sitz in Oldenburg und
  • Netzgesellschaft Berlin-Brandenburg mit Sitz in Berlin.

Die Reihenfolge in der Gruppe der zehn Versorgungsgebiete mit den höchsten Durchschnittsgaspreisen lautet wie folgt:

  • Netze BW mit Sitz in Stuttgart,
  • energis-Netzgesellschaft mit Sitz in Saarbrücken,
  • SWKiel Netz, SWE Netz mit Sitz in Erfurt,
  • Westfalen Weser Netz mit Sitz in Paderborn,
  • Braunschweiger Netz,
  • MVV Netze mit Sitz in Mannheim,
  • EnergieNetz Mitte mit Sitz in Kassel,
  • ENERVIE Vernetzt mit Sitz in Lüdenscheid und
  • Syna mit Sitz in Frankfurt.