Presseinformationen

Aktuelles vom VEA

26.09.2019 | VEA begrüßt Mittelstandsstrategie des BMWi und setzt auf weniger Bürokratie

Der Bundesverband der Energie-Abnehmer e.V. (VEA) begrüßt die Mittelstandsstrategie des Bundes­wirtschafts­­ministeriums (BMWi) und empfiehlt dringend die Entbürokratisierung des Energiesektors. Um die Belange energie­intensiver Unternehmen noch wirkungsvoller zu unter­stützen, ist der VEA als Mittelstandsvertreter in der Energie­politik seit August auch in Berlin mit einem Hauptstadtbüro präsent.

Zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit brauchen mittel­ständische Unternehmen konstante Rahmenbedingungen und zuverlässige politische Entscheidungen, die Investitionen fördern. Christian Otto, Geschäftsführer des VEA, erklärt: "Damit der Mittelstand innovativ bleibt und seine technologische Stärke behält, muss er sich auf seine Kernkompetenz fokussieren können und darf sich nicht im bürokratischen Dschungel verlieren. Regelungen müssen deshalb klarer, einfacher, nachvollziehbarer und auch pragmatischer gestaltet werden."

Der deutsche Mittelstand kämpft mit Energiepreisen, die weltweit zu den höchsten gehören und von denen sich die meisten Unternehmen nicht entlasten können. Besonders erschwerend ist außerdem die Vielzahl an neuen und sich häufig ändernden Gesetzen im Energiebereich. Jede Änderung für sich führt bereits zu mehr Verwaltungsaufwand. Daneben steigt der Aufwand durch Informations-, Berichts- und Meldepflichten immens, wenn ein Unternehmen z. B. in eine Eigenerzeugungs­anlage für Strom investiert. "Das so genannte Bürokratie­entlastungsgesetz III leistet an diesen Stellen noch keinen ausreichenden Beitrag, obwohl dies für Unternehmen dringend notwendig wäre" erläutert Eva Schreiner, energiepolitische Vertreterin des VEA im Berliner Hauptstadtbüro. "Wir begrüßen die Mittelstandsstrategie des BMWi ausdrücklich. In Sachen Entbürokratisierung des Energie­bereichs und Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit besteht aber noch ein großer Nachholbedarf. Wir setzen uns dafür ein, dass beides in den politischen Fokus rückt und zügig tragfähige Lösungen gefunden werden."

16.09.2019 | Gemeinsame Stellungnahme zur Konsultationsfassung des BNetzA-Hinweisblattes zum Messen und Schätzen bei EEG-Umlagepflichten

Die unterzeichnenden Verbände - DIHK, HDE, VEA, Die Familienunternehmer, Gesamtverband textil+mode und VDMA - begrüßen das Hinweisblatt der BNetzA zum Messen und Schätzen, da die neuen Regelungen zur Abgrenzung von Drittmengen gemäß §§ 62a und b EEG zu großer Verunsicherung bei den Unternehmen geführt haben und viele Anwendungsfragen ungeklärt sind. Die unterzeichnenden Verbände teilen das Verständnis, dass die gerechte Verteilung der EEG-Umlage ein hohes Gut ist (solidarische Gemeinschaft). Dabei darf aber nicht außer Acht gelassen werden, dass auch betriebs- und volkswirtschaftlich gedacht werden muss. Überhöhte Anforderungen an die Abgrenzung von Drittstrommengen führen letztlich zu einem Aufwand, welcher in keinem Verhältnis mehr zum angestrebten Ziel steht. Außerdem kann dieser Aufwand dazu führen, dass Unternehmen davon Abstand nehmen, in erneuerbare Energien zu investieren. Wir weisen auch darauf hin, dass das Hinweisblatt den Unternehmen bei Abgrenzungsfragen helfen kann, dass aber dennoch viele Rechtsunsicherheiten bestehen bleiben. Deshalb setzen sich die unterzeichnenden Verbände weiterhin für gesetzliche Vereinfachungen ein.

Das Wichtigste in Kürze

• Lesbarkeit verbessern: Das Hinweisblatt sollte konkreter gestaltet werden und darauf ausgerichtet, dass es auch von Praktikern und Technikern gelesen werden kann, die keine Juristen sind.

• Mehr Beispiele: An einigen Stellen des Hinweisblattes sind bereits Beispiele enthalten. Dies könnte weiter ausgebaut werden. In dieser Stellungnahme finden sich Beispiele, die übernommen werden können. Mehr Beispiele verbessern auch die Lesbarkeit des Papiers.

• Erweiterung der Positivliste: Es ist richtig, dass sich im Hinweisblatt eine Positivliste befindet. Diese sollte allerdings klarer gestaltet und erweitert werden.

• Behandlung Vergangenheit: Die Behandlung der Vergangenheit ist eine Leerstelle im Hinweisblatt. Wir bitten darum, diese zu füllen und haben inhaltliche Vorschläge gemacht.

Unsere detaillierten Anmerkungen zum Hinweisblatt finden Sie hier zum Download.

29.08.2019 | Gemeinsam für mehr Energieeffizienz: Unternehmen aus Hannover und Braunschweig gründen Netzwerk

Neun Unternehmen aus der Region rund um Hannover und Braunschweig haben sich gestern zu einem vom VEA initiierten REGIonalen Netzwerk für EnergieEffizienz (REGINEE) zusammengeschlossen. Ziel des Netzwerks ist es, den Energieverbrauch und somit die CO2-Emissionen der Teilnehmer erkennbar zu senken. Mithilfe des VEA werden in den nächsten 4 Jahren konkrete Einsparmaßnahmen ermittelt und umgesetzt, damit profitieren die Unternehmen auch dauerhaft von sinkenden Energieausgaben.

Als Gastgeberin des ersten Netzwerktreffens lud die Leichtmetall Aluminium Giesserei Hannover GmbH beim Betriebsrundgang auch zum Blick hinter die Kulissen ein. Mit vor Ort Florian Kollmeier, Leiter Finanzen der Gießerei, der gespannt ist auf die Arbeit und Ergebnisse im REGINEE: "Die Herstellung unseres hochfesten Aluminiums ist ein strom- und gasintensiver Prozess. Dennoch produzieren wir umwelt­gerecht, abgasarm und unterschreiten die gesetzlichen Emissionswerte. Die Beteiligung am REGINEE soll uns weitere Impulse liefern und aufzeigen, wo wir uns noch verbessern können. Besonders vom Austausch mit anderen Industrien erwarten wir uns neue Ideen." Netzwerktreffen, wie dieses, unterstützt der VEA mit Fach­vorträgen zu Effizienzmaßnahmen, aber auch zu Quer­schnitts­technologien oder gesetzlichen Meldepflichten.

Der VEA ruft mit dem REGINEE Hannover-Braunschweig bereits sein 19. Netzwerk ins Leben. Christian Otto, Geschäftsführer des VEA, erklärt: "Mit dieser Gründung setzen wir unsere REGINEE-Erfolgs­geschichte fort und starten bereits das zweite Netzwerk in der Region. Unsere REGINEE zeichnet aus, dass Unternehmen mithilfe der VEA-Energie­berater ganz individuelle, zählbare Ein­spa­rungen erreichen und gleichzeitig vom Austausch unterein­ander profi­tieren." Es zeigt sich einmal mehr die Branchenvielfalt in den Netzwerken. Neben Unternehmen aus der Papier­industrie, über Hersteller von Medizinprodukten, Bremsbelägen, Dosen oder Bändern ist auch ein Lieferant für Quarzsand vertreten. Diese unterschiedlichen Unternehmen eint der hohe Energiebedarf und der Wunsch energieeffizienter zu produzieren.

Teilnehmende Unternehmen im REGINEE Hannover-Braunschweig:

  • Arwed Löseke Papierverarbeitung und Druckerei GmbH, Hildesheim
  • AUF DER BULT Kinder- und Jugendkrankenhaus, Hannover
  • Bremskerl-Reibbelagwerke Emmerling GmbH & Co. KG, Estorf
  • CROWN Foodcan Germany GmbH, Seesen
  • Forbo Siegling GmbH, Hannover
  • Hamelin GmbH, Gronau (Leine)
  • Leichtmetall Aluminium Giesserei Hannover GmbH, Hannover
  • Ottobock SE & Co. KGaA, Duderstadt
  • Schlingmeier Quarzsand GmbH & Co. KG, Schwülper

21.08.2019 | Gemeinsame Stellungnahme von DIHK, HDE und VEA: Messen und Schätzen von Drittstrommengen

Hiermit nehmen DIHK, HDE und VEA gegenüber dem Bundeswirtschaftsministerium Stellung zu den Regelungen des EEG, die die Abgrenzung von Drittstrommengen betreffen: In der gemeinsamen Stellungnahme gehen wir auf die nachfolgenden Punkte ein:

1) Konkreter Änderungsvorschlag für die Bagatellregelung des § 62a EEG

2) Inhaltliche Anmerkungen zum Hinweisblatt der Bundesnetzagentur (Auszug zu den wesentlichsten Punkten)

3) Empfehlungen für wichtige Klarstellungen.

Zu den Punkten zu 2) und 3) bitten wir um Prüfung, ob ein gesetzlicher Änderungsbedarf besteht oder ob diese Anmerkungen im bisherigen Rechtsrahmen berücksichtigt werden können.

Wir weisen zudem darauf hin, dass für die Erreichung des Ziels von 65 Prozent Grünstrom am Bruttostromverbrauch bis 2030 klare und unbürokratische Regelungen notwendig sind, damit die Wirtschaft in PV-Anlagen investiert.

Die ausführliche Stellungnahme finden Sie hier zum Download.

07.08.2019 | VEA gibt energieintensivem Mittelstand eine Stimme im politischen Berlin

Mit einem Hauptstadtbüro sorgt der VEA ab August dafür, dass die Stimme des Mittelstands in der Bundespolitik verstärkt Gehör findet. "Mittelständische Unternehmen sind das Rückgrat der deutschen Wirtschaft, spielen im politischen Berlin bislang aber nur eine untergeordnete Rolle", sagt Christian Otto, Geschäftsführer des VEA. Ziel sei es, die energiepolitischen Interessen des Mittelstands künftig noch besser gegenüber Entscheidungsträgern in Politik und Behörden zu vertreten, um die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu sichern, Planungssicherheit zu erhöhen und unnötige bürokratische Hürden weiter abzubauen.

Mit Eva Schreiner besetzt der VEA das Hauptstadtbüro in der Friedrichstraße (im Internationalen Handelszentrum) mit einer langjährigen Verbandsjuristin für die energieintensive Industrie, die auf Energierecht und energiepolitische Interessenvertretung spezialisiert ist.

"Eine Besonderheit des VEA ist die umfassende und detailliert vorliegende Datengrundlage zu Abnahmeverhalten und Energieverbrauch von 4.500 Unternehmen aus allen Branchen. So können geplante politische Vorhaben auf ihre konkreten Folge- und Wechselwirkungen hin geprüft werden", erklärt Eva Schreiner. "Der VEA ist offen für einen Austausch mit Entscheidern aus Politik, Wirtschaft und auch anderen Verbänden."

26.07.2019 | REGINEE München I erfolgreich beendet: Energieeffizienz-Netzwerk spart 10,2 GWh und 4.000 t CO2 ein

Nach 4 Jahren regulärer Laufzeit ist das erste Energieeffizienz-Netzwerk des VEA, das REGINEE München I, erfolgreich abgeschlossen. Dazu fand gestern im Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie das letzte Netzwerktreffen statt. Insgesamt konnten die 9 teilnehmenden Unternehmen 10,2 GWh und 4.000 t CO2 einsparen. Dies entspricht dem jährlichen Energieverbrauch von circa 3.400 2-Personen-Haushalten in Deutschland und dem CO2-Ausstoß von 30.000 Pkw auf einer Strecke von 1.000 km.

Steigende Energiepreise, zunehmender Wettbewerb, drängender Klimaschutz: Gerade für energieintensive Unternehmen wird es immer wichtiger, Wirtschaftlichkeit und Umweltschutz miteinander zu verbinden. "Bayern gehört zu den wirtschaftlich stärksten Regionen Europas. Dafür ist eine sichere, bezahlbare, in Zukunft vor allem aber auch umweltschonende und effiziente Energieversorgung unverzichtbar. Ich bin stolz darauf, dass 9 bayerische Unternehmen 2015 mit dem Netzwerk REGINEE München I einen neuen, innovativen Weg zur Steigerung der eigenen Energieeffizienz eingeschlagen haben. Dies zeigt einmal mehr, dass sich bayerische Unternehmen ihrer Verantwortung bewusst sind und als Vorbild vorangehen", lobte Roland Weigert, Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, das Engagement der Netzwerkteilnehmer im ersten VEA-Effizienz-Netzwerk.

In der gesamten Bundesrepublik schließen sich Geschäftsführer, Energiemanager und Techniker aus Lebensmittelunternehmen, Gießereien oder etwa Schwimmbädern zu Energieeffizienz-Netzwerken zusammen. Ist der VEA federführend, heißen sie REGINEE - REGIonale Netzwerke für EnergieEffizienz.

"In einem REGINEE arbeiten Unternehmen gemeinsam daran, ihre Energieeffizienz zu verbessern. Das senkt den Energieverbrauch, reduziert die Kosten und schafft Wettbewerbsvorteile. Zusammengefasst: Klimaschutz so wirtschaftlich wie möglich zu gestalten. Dass das funktioniert, zeigen die Ergebnisse unserer REGINEE", erklärt Dr. Volker Stuke, VEA-Hauptgeschäftsführer. Bereits 18 solcher REGINEE hat der VEA gegründet. Jährlich sparen diese Netzwerke über 100 GWh ein. Im REGINEE München I sollten 10,2 GWh und 3.160 t CO2 eingespart werden. Über 45 umgesetzte Maßnahmen trugen dazu bei, die anvisierte Energiereduktion problemlos zu erreichen und die CO2-Zielmarke mit insgesamt eingesparten 4.000 t sogar zu übertreffen.

Für die Unternehmen ist der Abschluss aber nur ein Abschied auf Zeit, denn das REGINEE München I+ ist in Planung: 5 Mitglieder haben ihre Teilnahme bereits bestätigt. Interessierte Unternehmen sind herzlich eingeladen, sich am neuen Netzwerk zu beteiligen und die Erfolgsgeschichte fortzuschreiben.

18.07.2019 | Steigende Großhandelsnotierungen verteuern Industriestrom erneut

Um 23 Prozent gestiegene Großhandelsnotierungen sorgen derzeit für eine Verteuerung des Industriestroms. Wie aus dem aktuellen Preisvergleich des VEA hervorgeht, müssen Unternehmen gegenüber Juli 2018 im Durchschnitt 6,9 Prozent mehr für ihren Strom bezahlen. Auch die Netzentgelte tragen mit einem durchschnittlichen Anstieg von 4,0 Prozent zum erhöhten Strompreis bei.

"Wir verzeichnen bereits seit 2016 steigende Großhandelsnotierungen", sagt VEA-Hauptgeschäftsführer Dr. Volker Stuke. "Durch die gesetzlichen Änderungen im Zuge der Energiewende müssen Industriekunden zusätzlich etwa noch EEG- und KWKG-Umlagen schultern, die teilweise erhebliche finanzielle Zusatzbelastungen verursachen", erklärt er. Zwar sei die Wechselbereitschaft der Kunden in den vergangenen Jahren gestiegen. "Es ist aber beachtlich, dass einige Abnehmer nur bei deutlichen Preisunterschieden zu einem Versorgerwechsel bereit sind. Unser Vergleich hilft Unternehmen, den Markt besser zu überblicken."

Den größten Preisanstieg müssen Kunden im Stadtwerke Rostock Netz mit 12,4 Prozent, gefolgt vom Stadtwerke Bochum Netz mit 11,8 Prozent und dem wesernetz in Bremen mit 11,4 Prozent hinnehmen. Die geringste Erhöhung gibt es im Wemag Netz in Schwerin mit 2,9 Prozent und im Enso Netz in Dresden mit 3,7 Prozent. Ebenso bleibt die Differenz zwischen einzelnen Netzgebieten erheblich: 22,5 Prozent trennen die Rheinische Netzgesellschaft als preisgünstigstes (15,14 Ct/kWh) und die Wemag Netz als teuerstes Netzgebiet (18,55 Ct/kWh).

"Aufgrund der sich uneinheitlich entwickelten Preisunterschiede für die Netznutzung ergeben sich auch weiterhin starke regionale Unterschiede bei den Strompreisen - vor allem zwischen den alten und den neuen Bundesländern", erklärt Dr. Stuke. So beträgt der durchschnittliche Strompreis im Osten der Republik 17,08 Ct/kWh und ist damit um 0,54 Ct/kWh bzw. 3,3 Prozent teurer als der in den alten Bundesländern mit 16,54 Ct/kWh.

"Nicht nur die großen Preisunterschiede zwischen den einzelnen Regionen, sondern auch die Vielzahl an individuellen Angeboten stellen für Unternehmen enormen Aufwand dar, die günstigsten Preise zu finden", erklärt Dr. Stuke weiter. "Wir unterstützen deshalb den Mittelstand mit professioneller Beratung und bewerten Angebote objektiv und kompetent." Mit Hilfe des digitalen Marktplatzes VEA-Online haben Unternehmen etwa die Möglichkeit, ihren Strom- und Gasbedarf schnell und unkompliziert auszuschreiben.

Der VEA-Preisvergleich umfasst insgesamt 50 große Netzgebiete in Deutschland. Damit wird ein erheblicher Teil des deutschen Stromnetzes abgedeckt. Die Reihenfolge basiert auf dem arithmetischen Mittel ohne Gewichtung der bekannten 15 mittelspannungsseitig versorgten Abnahmefälle. Im Preisvergleich nicht enthalten sind Strom- und Mehrwertsteuer.

Weitere Informationen zum aktuellen VEA-Preisvergleich stellen wir Ihnen gern auf Anfrage zur Verfügung.

06.06.2019 | Hohe Stromkosten: VEA ruft zu mehr Umsicht bei der Energiewende auf

Der VEA hat gestern auf seiner Mitgliederversammlung mehr Umsicht bei der Energiewende gefordert. "Die entstehenden Kosten müssen in einem vernünftigen Verhältnis zu den erzielten Effekten stehen" sagte August Wagner, Vorstandsvorsitzender des VEA vor den geladenen Mitgliedern in Hannover. Momentan seien mittelständische Unternehmen von hohen Strompreisen stark betroffen, die die Energiewende jedoch kaum voranbringen.

So habe etwa das World Economic Forum Deutschland bei der Stromerzeugung aus Erneuerbaren nur Mittelmaß bescheinigt. Im Vergleich der Strompreise für private Verbraucher belegt die Bundesrepublik Rang 87 von 115, beim Strompreis für Unternehmen sogar den drittletzten, 113. Rang. "Die German Energiewende ist kein Exportschlager", verdeutlichte August Wagner.

Vielmehr bedrohen die hohen Strompreise die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Unternehmen im internationalen Vergleich. Deshalb fordert Wagner: "Wir brauchen eine Klimapolitik, die mit, nicht gegen den innovativen deutschen Mittelstand arbeitet und verhindert, dass die Produktion aus Deutschland abwandert." Durch finanzielle Entlastungen etwa bei den Netzentgelten bliebe mehr Kapital für Investitionen, die etwa für den Austausch veralteter Technologien gegen moderne nötig seien. "Damit wäre dem globalen Klima viel mehr gedient", sagte Wagner. Zudem seien ein verstärkter Bürokratieabbau sowie mehr Rechts- und Planungsicherheit wichtig, um den deutschen Mittelstand verlässlich zu unterstützen.

Neben den finanziellen Entlastungen sei auch der Ansatz einer europäischen bzw. internationalen Energiewende ausschlaggebend für eine beständige wie nachhaltige Entwicklung des Klimaschutzes. "Klimaziele können nur global und unter gemeinsamer Anstrengung gelöst werden. Jedes Land muss seinen Teil der Verantwortung übernehmen", ergänzte Wagner.

21.05.2019 | Gemeinsame Stellungnahme zum Empfehlungsverfahren der Clearingstelle EEG/KWKG

Haben KWK-Anlagen mit mehr als 100 kWel unter § 4 KWKG 2012 einen Zuschlagsanspruch und in welcher Höhe? Betreiber von KWK-Anlagen auch mit mehr als 100 kWel haben nach § 4 KWKG 2012 die Befugnis, den in der Anlage erzeugten Strom kaufmännisch-bilanziell in das Netz der allgemeinen Versorgung (NdAV) einzuspeisen und in vollem Umfang die Vergütung in Anspruch zu nehmen.

Begründung: Dies folgt bereits aus § 4 Abs. 3a KWKG 2012. Dort ist geregelt, dass ein Zuschlag auch für KWK-Strom zu entrichten ist, der nicht in ein Netz der allgemeinen Versorgung eingespeist wird. Diese Regelung zielt zwar in erster Linie auf selbstverbrauchte Strommengen ab. Im Umkehrschluss lässt sich aber ableiten, dass dies erst Recht für Strom gilt, der kaufmännisch-bilanziell in das NdAV eingespeist wird. Außerdem ist der Netzbetreiber gemäß § 4 Abs. 1 Satz 1 KWKG 2012 verpflichtet, den in hocheffizienten KWK-Anlagen im Sinne des Gesetzes erzeugten KWK-Strom unverzüglich vorrangig abzunehmen, zu übertragen und zu verteilen, und für den aufgenommenen KWK-Strom den Preis, den der Betreiber der KWK-Anlage und der Netzbetreiber vereinbaren, und einen Zuschlag zu entrichten. Die Zuschlagspflicht knüpft also an den "aufgenommenen" Strom, wobei dieser Begriff gesetzlich nicht definiert ist. Hierzu hat der Bundesgerichtshof (BGH) am 13. Dezember 2016 entschieden, dass die Beschränkung auf den tatsächlich-physikalischen Strombezug im Rahmen der Vereinbarungen einer 7.000-Std.-Regelung nicht zulässig ist. Der BGH stützt seine Entscheidung vor allem darauf, dass der Begriff Stromentnahme sowohl physikalisch als auch kaufmännisch-bilanziell verstanden werden könnte. Aus dieser Entscheidung folgt, dass die Begrifflichkeit des "aufgenommenen" Stroms auch kaufmännisch-bilanziell verstanden werden kann. Außerdem stellt der BGH darauf ab, dass es für die Berechnung der Netzentgelte bereits eine Ausnahme vom Grundsatz der tatsächlichen Stromentnahme gebe, wenn der aus Erneuerbaren-Energien gewonnene Strom im Wege der kaufmännisch-bilanziellen Verrechnung in das Netz eingespeist würde. Denn in diesem Fall wird der Verbrauch des Erzeugers vom BGH als netzentgeltpflichtig angesehen. Wenn aber die kaufmännisch-bilanzielle Einspeisung als netzentgeltpflichtiger Verbrauch des Erzeugers angesehen werde, müsse ihm, so der BGH, auch die Vergünstigung des § 19 Abs. 2 S. 2 StromNEV zu Gute kommen. Diese Argumentation findet auf die vorliegende Fragestellung ebenfalls Anwendung. Auch daraus leitet sich also ab, dass auch für kaufmännisch-bilanziell eingespeisten Strom unter dem KWKG 2012 die Zuschlagspflicht gilt. Im Übrigen wird auf die nachfolgenden Ausführungen zum KWKG 2016 Bezug genommen, da diese im Rahmen des KWKG 2012 ebenfalls Anwendung finden, bzw. dort erst recht gelten.

Die ausführliche Stellungnahme finden Sie hier zum Download.

08.05.2019 | VEA-Preisvergleich zeigt regionale Unterschiede bei Gasnetzentgelten

Bis zu 400 Prozent Preisunterschied herrschen zwischen einzelnen Netzbetreibern beim Gasnetzentgelt. Das geht aus dem aktuellen Preisvergleich des VEA hervor. Zum Vergleich: Mittelständische Sondervertragskunden zahlen bei den 10 günstigsten Netzversorgern durchschnittlich nur 0,25 Ct/kWh für die Gasnetznutzung. Dieselbe Leistung kostet bei den 10 teuersten Anbietern hingegen im Schnitt 1,12 Ct/kWh. Vor allem im Osten und Süden Deutschlands ist das Preisniveau für das Gasnetzentgelt deutlich teurer.

"Mit etwa 20 Prozent sind Gasnetzentgelte ein integraler Bestandteil der Gaskosten", so Dr. Volker Stuke, Hauptgeschäftsführer des VEA. "Bei Preisunterschieden von mehr als 400 Prozent zwischen einzelnen Anbietern kommt es so selbst bei geringem Gasverbrauch - im Vergleich - zu hohen Kosten. Hier ergeben sich für einen Teil der Industriekunden wirtschaftliche Standortnachteile", so Stuke.

Kunden der Anbieter Gemeindewerke Holzkirchen, Stadtwerke Lemgo und Stadtwerke Nettetal profitieren von den preisgünstigsten Gasnetzentgelten der untersuchten Netzbetreiber. Die im Vergleich höchsten Entgelte rufen die Stadtwerke Altensteig, das Gaswerk Illingen und die Stadtwerke Burg Energienetze ab. Einzelne Preissteigerungen betragen sogar bis zu 65 Prozent. Der Durchschnittspreis für das Gasnetzentgelt hat sich dagegen kaum verändert und beträgt 0,59 Ct/kWh.

Um von möglichst günstigen Gasnetzentgelten zu profitieren, ist ein Vergleich der Anbieter notwendig. "Sich bei Preisveränderungen, wechselnden Angeboten und den gesetzlichen Rahmenbedingen einen Marktüberblick zu verschaffen, ist für die meisten Unternehmen jedoch eine sehr große Herausforderung und einfach mühsam", erklärt Stuke. "Hier kann der VEA als unabhängiger Berater unterstützen", fährt Stuke weiter fort. Eine gute Informationslage sei schließlich eine wichtige Voraussetzung für Unternehmen, um unkompliziert die eigene Gasversorgung gestalten zu können.

Der Netznutzungsentgeltvergleich des VEA von 676 Gasnetzbetreibern umfasst 15 Abnahmefälle, wodurch ein sehr hoher Repräsentationsgrad vorliegt. Untersucht werden Sondervertragskunden, die über eine kontinuierliche Leistungsmessung verfügen.

Weitere Informationen zum aktuellen VEA-Preisvergleich stellen wir Ihnen gern auf Anfrage zur Verfügung.

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