Wie bereits berichtet, arbeitet die Bundesnetzagentur (BNetzA) derzeit an einer Reform der gesamten Netzentgeltsystematik. Der sogenannte AgNes-Prozess hat zum Ziel, die Netzentgeltsystematik an die Erfordernisse der Energiewende anzupassen.
Zur Bearbeitung dieser komplexen Anforderungen findet im Rahmen des AgNes-Prozesses eine Reihe von Expertenworkshops statt. Diskutiert werden das zukünftige Grundmodell, die Ausgestaltung der Netzentgelte in der Niederspannung, dynamische Netzentgelte, die Behandlung von Speichern, die Beteiligung von Einspeisern und Fragen der Kostenwälzung. Eine Übersicht der verschiedenen Termine finden Sie hier.
Expertenworkshop dynamische Netzentgelte
Am 14. Januar fand ein Expertenworkshop zu dynamischen Netzentgelten statt. Der VEA war mit einem Unternehmensvertreter vor Ort und mit einem Impulsvortrag bei der BNetzA vertreten. Grundlage waren die Orientierungspunkte der BNetzA zu dynamischen Netzentgelten, welche Sie hier finden. Aus diesen Orientierungspunkten geht hervor, dass dynamische Netzentgelte zunächst vor allem die Netzengpässe in der Hoch- und Höchstspannungsebene adressieren sollen, um die hohen Redispatchkosten zu mindern.
In den Impulsbeiträgen des VEA und unseres Unternehmensvertreters haben wir unter anderem betont, dass auch in den Verteilnetzen Engpässe bestehen. Diese drücken sich vor allem dadurch aus, dass Netzanschlusserweiterungen im Zuge einer geplanten Elektrifizierung von Produktionsprozessen nicht oder nur mit erheblichen Wartezeiten von den Netzbetreibern gewährt werden. Außerdem sehen wir, dass die Elektrifizierung in der Industrie und in anderen Sektoren einen großen Netzausbaubedarf mit sich bringt. Dieser Netzausbau sollte so effizient wie möglich gestaltet werden. Dafür brauchen wir auch in den Verteilnetzen einen Anreiz für ein netzdienliches Verhalten aller Netznutzer. Eine Möglichkeit wäre, das heutige Atypikmodell weiterzuentwickeln.
Der VEA wird sich zu den dynamischen Netzentgelten mit einer Stellungnahme beteiligen.
Orientierungspunkte der BNetzA zum gesamten zukünftigen Grundmodell
Am 20. November hat die BNetzA außerdem Orientierungspunkte zu ihrer Vorstellung eines zukünftigen Grundmodells der Netzentgeltsystematik veröffentlicht. Das entsprechende Dokument der Bundesnetzagentur finden Sie hier.
Zentrales Element des Modells ist das Aufteilen der Netzentgelte in Entgeltkomponenten mit Finanzierungsfunktion, die dem Refinanzieren der Netzinfrastruktur dienen sollen, sowie Entgeltkomponenten mit Anreizfunktion, die insbesondere netzdienliches Verhalten der verschiedenen Akteure fördern sollen. Darüber hinaus sieht das Modell vor, den bisherigen Leistungspreis durch einen Kapazitätspreis zu ersetzen. Beim Überschreiten der gebuchten Kapazität soll künftig ein höherer Arbeitspreis zur Anwendung kommen.
Die BNetzA hatte zu dem geplanten Grundmodell Fragen gestellt, die der VEA mit nachfolgender Stellungnahme beantwortet hat.

Quelle: pexels
- Recht & Regulierung
Reform der Netzentgeltsystematik: VEA-Position zu dynamischen Netzentgelten und Speichernetzentgelten
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